Störungen der Verdauungsorgane bei Kindern

Wissenswertes rund um Blähungen bei Babys

Blähungen werden bei der Verdauung durch Gase oder Luft im Bauch des Babys verursacht. Insbesondere wenn das Baby trinkt, gelangt Luft mit in den Säuglingsbauch.

Still-Babys haben in der Regel seltener Blähungen als „Flaschenkinder“. Das liegt daran, dass die Säuglinge beim Stillen häufiger und dafür weniger trinken und zudem langsamer saugen und somit weniger Luft mitschlucken. Aber auch Still-Babys sind vor Kummer nicht gefeit, insbesondere wenn sie zu schnell trinken oder bei der Mutter die Milch zu schnell fließt.

Zudem ist bei Babys unmittelbar nach der Geburt die Darmflora noch nicht voll entwickelt. Deshalb können bei sehr jungen Säuglingen im Darm Gase entstehen, die Blähungen oder schmerzhafte Krämpfe auslösen.

Dies kann zu den sogenannten Dreimonatskoliken oder Säuglingskoliken beitragen. Die Babys schreien während dieser Zeit lange und ohne erkennbaren Grund. Die Schreiphase beginnt meist um die zweite Lebenswoche und bildet sich in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nach drei bis vier Monaten zurück. Trotz vieler Studien ist die Ursache der Dreimonatskoliken noch nicht abschließend geklärt. Derzeit geht man davon aus, dass ein kleiner Teil der betroffenen Babys an einer Verdauungsstörung leidet, während bei den restlichen Kindern vielfältige Ursachen vorliegen können. Hier spielen das individuelle Temperament des Kindes, die noch unzureichend ausgebildete Schlaf-Wach-Regulation sowie die Reaktion der Eltern auf die Schreiphasen eine wichtige Rolle. Zudem entwickeln sich der Verdauungstrakt und auch die anderen Organe noch weiter. Die Darmflora ist ebenfalls nicht komplett ausgebildet. 80 Prozent aller Neugeborenen haben Blähungen mit lauten Darmgeräuschen, gewölbtem Bauch und Abgang von Winden. Die meisten Babys beeinträchtigt dies wenig.

Die ersten Lebensmonate sind für das Baby und die Eltern eine schwierige Phase. Das Neugeborene muss sich anpassen und viel Neues erlernen. Das Kind muss viele neue Sinneseindrücke verarbeiten. Gerade sensible Kinder werden oft überdreht und drücken dies – meist am Ende des Tages – mit heftigem Schreien aus. Auch für die Eltern sind die ersten Monate schwierig. Sie müssen sich erst an ihr Kind gewöhnen und manche Idealvorstellungen vom Neugeborenen erfüllen sich nicht, wenn das Kind häufig schreit. Auch dies kann das Baby bedrücken.
 
Dabei sind Koliken meist kein ernsthaftes Problem – außer für die gestressten Eltern. Im Zweifel ist ein Arztbesuch angeraten, um sicherzugehen, dass keine ernsthafte medizinisches Ursache zugrunde liegt.
Babys, die unter Blähungen leiden, werden unruhig und weinen viel. Ganz typisch ist auch, dass die Babys in der Rückenlage die Beine zunächst fest an den Bauch ziehen und sie dann heftig lang strecken. Babys mit Blähungen sind jedoch ansonsten meistens völlig gesund. Leiden die Kleinen nicht unter Blähungen, sind sie aufgeweckt und gut gelaunt. Auch ihre Entwicklung verläuft altersgerecht.